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Tollwut bei Fledermäusen

Seit längerem ist das Auftreten von Tollwut- oder Lyssaviren bei Fledermäusen bekannt. Sie sind nicht mit dem bei uns bekannten Erreger der Haus- und Wildtiertollwut identisch. In Deutschland wurde das Virus bislang überwiegend bei Breitflügelfledermäusen (Eptesicus serotinus) festgestellt. In Bayern konnten noch keine Krankheitsfälle nachgewiesen werden.

Voraussetzung für eine Übertragung von Tier zu Mensch oder von Tier zu Tier ist, daß das Virus in eine Wunde oder auf Schleimhäute gelangt. Gefährdet sind Menschen allenfalls, wenn sie kranke Fledermäuse in die Hand nehmen und gebissen werden.
Von Fledermäusen in Quartieren oder jagenden Tieren geht keine Gefahr aus. Auch infizierte Fledermäuse greifen den Menschen nicht an. Landet eine Fledermaus auf einem Menschen, so handelt es sich entweder um junge Tiere, die das Fliegen noch üben, oder die Tiere haben sich zu sehr auf ihr Ortsgedächtnis verlassen und auf das Orten verzichtet, so daß sie das Hindernis nicht wahrgenommen haben. In beiden Fällen werden die Tiere wieder abfliegen.

An Tollwut erkrankte Fledermäuse können durch Lähmungserscheinungen an den Armen und Füßen auffallen (Auffinden flugunfähiger Tiere). Dies darf jedoch nicht mit dem Verhalten lethargischer Tiere, die nach Erwärmung wieder flugfähig sind, verwechselt werden.

Grundsätzlich sollten aufgefundene Fledermäuse der größeren Arten mit Handschuhen angefaßt werden. Personen, die öfter Umgang mit Wildtieren haben, sollten eine Schutzimpfung durchführen lassen.