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Das Tränken und Füttern von Fledermäusen

Um zu trinken und zu fressen, dürfen die Fledermäuse nicht lethargisch sein. Meist genügt es, die Tiere eine Weile locker in der Hand zu halten, um sie zu erwärmen (schon durch die Aufregung kommt es bei den Tieren zu einem Temperaturanstieg und einer Steigerung der Körperfunktionen). Wasser kann man den Tieren mit einer Pipette, einem wassergetränkten (vorher gut gesäubertem!) Pinsel oder einem Löffel anbieten. Dabei muß man darauf achten, daß den Tieren kein Wasser in die Nase gelangt. Wird die Schnauze etwas angefeuchtet, beginnen sie meist zu lecken.

Flugunfähige Jungtiere

Sie lassen sich mit Milch für Hunde- oder Katzenwelpen aus dem Zoohandel ernähren. Diese muss stets frisch nach Gebrauchsanweisung zubereitet werden. Kuhmilch darf nie gefüttert werden. Damit die Tiere die Milch aufsaugen können (die Säuglinge wollen sie nicht auflecken), sollte man die Milch mit einem Pinsel anbieten. Die Jungtiere saugen dann an der Pinselspitze. Zunächst sollte man den Pinsel dem Tier an die Lippen halten bzw. falls das Tier das Maul öffnet, etwas ins Maul schieben, damit es auf den Geschmack kommt.

Erwachsene Tiere

Abendsegler frißt einen Mehlwurm Als Nahrung eignen sich frisch gefangene und getötete Fliegen oder Motten. Im Zoohandel sind auch Mehlwürmer (Larven des Mehlkäfers, Tenebrio molitor) erhältlich. Da Fledermäuse keine Mehlwürmer kennen, müssen sie zunächst "auf den Geschmack" kommen. Dazu werden die Würmer vor dem Verfüttern durch Druck auf den Kopf getötet und der Kopf abgeschnitten. Dann drückt man, vom Körperende her beginnend, das weiche Innere des Wurms heraus. Dies kann dann auf einem Pinsel der Fledermaus angeboten werden. Oft öffnen die Fledermäuse das Maul zur Abwehr, so daß man den Nahrungsbrei mit dem Pinsel hineinschieben kann. Ansonsten muss man ihn mit dem Pinsel an die Lippen bringen und warten, bis das Tier anfängt ihn abzulecken. Nehmen die Tiere die Nahrung an, sind deutliche Kaubewegungen und bei größeren Arten schmatzende Geräusche zu bemerken. Nach der erfolgreichern Fütterung mit dem Inneren der Mehlwürmer, kann man dazu übergehen, den Tieren halbierte Mehlwürmer und später auch ganze Tiere anzubieten. Solange die Tiere nicht von allein nach den Würmern schnappen, kann man dem Pflegling das "offene" Ende des halbierten Wurmes an die Schnauze halten oder den Wurm ins während des Kauens geöffnete Maul schieben. Kleinere Fledermausarten sollten auch mit kleineren Mehlwürmern gefüttert werden. Manche Fledermäuse fressen auf Dauer nur den weichen Inhalt der Würmer und verschmähen die Chitinhüllen. Fledermäuse lernen oft nach wenigen Tagen, aus einem flachen Napf am Boden selbständig (lebende) Mehlwürmer zu fressen und Wasser zu trinken. Bei der Fütterung mit Mehlwürmern über längere Zeit müssen ein- bis zweimal in der Woche Polyvitaminpräparate und ein kalkhaltiges Mineralsalzgemisch, verabreicht werden, da diese einseitige Ernährung sonst zu Mangelerscheinungen führt. Meist können solche Mittel in das Trinkwasser gegeben oder über die Nahrung gestreut werden. Auch empfiehlt es sich, die Mehlwürmer selber mit vitaminreicher Kost zu füttern (z.B. Haferflocken, Karotten- und Apfelstückchen). Vorsicht mit frisch gekauften Mehlwürmern, die vorher oft tagelang auf Zeitungspapier gehalten wurden. Sie sollten erst nach ein bis zwei Tagen an die Fledermaus verfüttert werden. Die zusätzliche Verfütterung von frisch gefangenen Insekten ist in jedem Fall empfehlenswert.