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Um zu überprüfen, ob eine Fledermaus flugfähig ist, kann man das Tier in einem geschlossenen Raum ohne unzugängliche Versteckmöglichkeiten (!) an exponierter Stelle (rauer Teppich, Tisch) absetzen und beobachten. Dabei muss es jedoch voll aktiv sein, also lebhaft umherkrabbeln und sich nicht in Lethargie befinden. Im Zweifelsfall sollte es vorher in der Hand oder einem warmen Raum "aufgeheizt" werden. Der Raum muß so groß sein, dass das Tier tatsächlich über 5-7 Meter fliegen kann, um zu unterscheiden, ob es nur kurz flattert (etwa wenn es sich um ein halbflügges Junges handelt) oder ob es aktiv umherfliegen kann. Gesunde erwachsene Tiere sollten in der Lage sein, vom Boden aus abzufliegen und im Raum viele Runden zu drehen.
Nicht flugfähige Tiere sollten auf offensichtliche Verletzungen (gebrochene Flügel, eingerissene Flughäute usw.) hin untersucht werden. Dazu beobachtet man zunächst die Bewegungen des Tieres beim Umherkrabbeln auf einer rauen Oberfläche. Wenn Gliedmaßen abstehen, geschont oder nicht koordiniert verwendet werden oder wenn Flügel und Finger nicht eng an den Körper gelegt werden können, deutet dies auf Knochenbrüche hin. In diesem Fall darf das Tier nicht weiter untersucht, sondern muss umgehend Experten übergeben werden.
Scheinen aufgrund der "flüssigen", koordinierten Bewegungen des Tieres keine Brüche vorzuliegen, können Personen, die bereits Erfahrung im Umgang mit Fledermäusen haben, flugunfähige Tiere weiter untersuchen. Mit einer Hand umfasst man das Tier so, dass nur der zu untersuchende Flugarm heraus schaut. Mit der anderen Hand versucht man vorsichtig (die zarten Knochen können leicht brechen) den Flügel zu öffnen bzw. zu strecken, um zu sehen, ob die Flughaut verletzt ist.
Falls Parasiten (Fledermausfliegen usw.) in großer Zahl vorhanden sind, können sie mit einer Pinzette abgelesen werden. Den Tieren sollte in jedem Fall Wasser und, wenn sie bereits länger als einen Tag ohne Nahrung gehalten wurden, auch Futter angeboten werden.
Werden Fledermäuse im Winter (November bis Mitte März) gefunden, können sich die Tiere im Winterschlaf befinden. Wenn sie nicht aktiv, sondern offensichtlich lethargisch sind (fühlen sich kalt an, bewegen sich nicht oder sehr langsam), sollten sie nicht näher untersucht, sondern bis zur Verbringung in ein geeignetes Quartier in einem kühlen Raum (ca. 3-8°C) bei hoher Luftfeuchte gehalten werden. Sind sie wach - oder wachen sie infolge des Umgangs mit ihnen auf - sollte ihnen Futter und Wasser angeboten werden.