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Einheimische Fledermäuse

Das Untersuchungsgebiet wird von der Donau in zwei Hälften geteilt. Der nördliche Teil ist geprägt durch den Vorderen und den Hinteren Bayerischen Wald mit seinen Wäldern und den kleinräumigen Wechsel aus Wäldern, Wiesen und Feldern. Der so genannte "Dungau" schließt sich südlich an. Das Donautal mit seinen zahlreichen Altwässern geht hier in den landwirtschaftlich intensiv genutzten "Gäuboden", die "Kornkammer Bayerns" über. Ein weiterer prägender Naturraum im Süden ist das Donau-Isar-Hügelland. Dieses tertiäre Hügelland ist charakterisiert durch sanft geschwungene Höhenzüge mit Wiesen in den Tälern, Feldern an den Hängen und bewaldeten Höhen. Der landschaftlichen Vielfalt entspricht auch der Artenreichtum der Fledermaus-Fauna.

Braunes Langohr
Braunes Langohr
Plecotus auritus
Mittelgroße Art mit auffallend großen Ohren. Sie ist überall bis in die Hochlagen sehr häufig. Besiedelt viele verschiedene Quartiere: Kirchen, Dachböden von Wohnhäusern, Scheunen, Nistkästen, Baumhöhlen und - spalten. Wird oft anhand der Falterflügel, die beim Fressen verloren werden, erkannt.
Nordfledermaus
Nordfledermaus
Eptesicus nilssonii
Verbreitung von der Donau bis in die Hochlagen, aber selten südlich der Donau. Sehr kälteharte mittelgroße Art mit langem dichten Fell und goldfarbenen Spitzen. Lebt in Dachböden und Verschalungen und jagt gern über Straßenlampen.
Kleiner Abendsegler
Kleiner Abendsegler
Nyctalus leisleri
Kleiner Verwandter des Großen Abendseglers, sonst sehr selten, an der Donau jedoch häufiger, lebt in Baumhöhlen, manchmal zusammen mit dem Großen Abendsegler. Jagt gern über Gewässer und im Laubwald.
Zweifarbfledermaus
Zweifarbfledermaus
Vespertilio murinus
Die sonst sehr seltene mittelgroße Fledermausart hat ihren Verbreitungsschwerpunkt im Bayerischen Wald, sie ist hier überall häufig und meist an Holzverschalungen von Wohnhäusern zu finden. Die Art ist sehr kältehart und ein Weitstreckenwanderer aus Sibirien. Besonderheit: es gibt mehr Männchenkolonien als Wochenstuben.
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Breitflügelfledermaus
Breitflügelfledermaus
Eptesicus serotinus
Im Bayerischen Wald seltene, große Art, nur wenig Wochenstuben- und Einzeltierfunde. Lebt in Kirchen und jagt gern in Ortschaften, wo sie durch ihre Größe und ihren schwerfälligen Flug auffällt.

Kleine Bartfledermaus
Kleine Bartfledermaus
Myotis mystacinus
Häufigste kleine Fledermausart. Weit verbreitet, lebt hauptsächlich unter Holzverkleidungen an Wohnhäusern. Wird oft entdeckt und verursacht wegen herabfallenden Kot manchmal Probleme mit sehr ordnungsliebenden Hausbesitzern.
Großes Mausohr
Großes Mausohr
Myotis myotis
Jagt bevorzugt im Laubwald und sucht dort nach Laufkäfern. Größte Fledermaus, besiedelt Kirchen und Schlösser. Kommt hauptsächlich in unteren Lagen vor. Die Art ist durch Kirchenrenovierungen, Holz-schutzmitteleinsatz und Vergitterungen besonders betroffen.

Große Bartfledermaus
Große Bartfledermaus
Myotis brandtii
Kleine Fledermausart, kommt im ganzen Gebiet auch jenseits der Donau und bis in die Hochlagen vor. Lebt im Wald in Baumhöhlen, Baumspalten und Nistkästen aber auch unter Dach- und Holzverschalungen an Häusern.

Wasserfledermaus
Wasserfledermaus
Myotis daubentonii
Im ganzen Bayerwald häufige, mittelgroße Art. Lebt im Wald in Baumspalten, Baumhöhlen, Felsspalten. Mag kalte feuchte Quartiere. Jagd gern direkt über Wasseroberflächen und ist dort leicht zu beobachten.

Fransenfledermaus
Fransenfledermaus
Myotis nattereri
In den unteren und mittleren Lagen häufige, mittelgroße Art, lebt oft in ausgeschlagenen Hohlblocksteinen und Entlüftungsschächten von Kuhställen. Frißt besonders gern nachts in Kuhställen die Stallfliegen von der Wand.

Wimpernfledermaus
Wimpernfledermaus
Myotis emarginatus
Sehr seltene mittelgroße Art, wurde bisher nur im Alpenvorland nachgewiesen. Ein einziges Einzeltier konnte an den Innstauseen im Landkreis Passau festgestellt werden. Jagt wie die Fransenfledermaus in Ställen.

Großer Abendsegler
Großer Abendsegler
Nyctalus noctula
Diese große Art ist hauptsächlich entlang der Donau und dem Inn mit großen Vorkommen zu finden. Dort ist sie häufig auch schon tagsüber zusammen mit Schwalben in schnellem Flug zu beobachten. Im Herbst werden laute Zwitscher- Rufe bei der Balz ausgestoßen. Die Art bewohnt Baumhöhlen, Nistkästen und Verblendungen von Hochhäusern.
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Rauhhautfledermaus
Rauhautfledermaus
Pipistrellus nathusii
Kleine, sehr seltene Fledermausart, nur Einzelnachweise in niederen Lagen, vermutlich nur Durchzügler. Einige Tiere wurden im Winter in Holzstößen gefunden.

Zwergfledermaus
Zwergfledermaus
Pipistrellus pipistrellus
Kleinste Fledermausart Deutschlands. Im Bayerischen Wald zerteilt aber nicht häufig. Verschiedene Quartiere werden angenommen, Garagen- und Hausverschalungen, Dachverkleidungen ect. Die Art wird oft sehr niedrig um Straßenlampen kreisend beobachtet.

Graues Langohr
Graues Langohr
Plecotus austriacus
Zwillingsart des Braunen Langohrs. Die Farbe des Gesichts ist etwas dunkler. Diese Art ist wärmeliebender und kommt nur in den tieferen bis mittleren Lagen, öfter zusammen mit dem Braunen Langohr vor. Sie besiedelt nur Gebäude.

Mopsfledermaus
Mopsfledermaus
Barbastella barbastellus
Die sehr seltene mittelgroße Fledermausart ist in Deutschland vom Aussterben bedroht und sonst überall rückläufig. Zwei von vier bayerischen Wochenstuben wurden im Landkreis Passau nachgewiesen. Das größte Winter- und Balzquartier Deutschlands für diese Art befindet sich im Silberberg bei Bodenmais. Die Bestände sind im Bayerischen Wald bisher stabil.

Bechsteinfledermaus
Bechsteinfledermaus
Myotis bechsteinii
Von der Bechsteinfledermaus, einer typischen Waldfledermaus, konnten Wochenstuben und Winter-quartiere festgestellt werden. Waldfledermäuse sind wesentlich schwerer zu finden als Hausfledermäuse. Über deren Bestände ist das Wissen daher noch sehr lückenhaft. Informationen über besetzte Höhlenbäume - oft erkennbar durch dunkle Spuren am Einflugloch - sind daher äußerst erwünscht.
Kleine Hufeisennase
Kleine Hufeisennase
Rhinolophus hipposideros
Die in den 60-er Jahren noch häufige, mittelgroße Fledermausart ist nun in Deutschland sehr selten und fast schon ausgestorben. Im Bayerischen Wald konnte im Landkreis Straubing ein Totfund und zwei Flugbeobachtungen gemacht werden. Die Hufeisennasen rufen die Ultraschall-Laute nicht aus dem Maul sondern aus der hufeisenförmig geformten Nase.