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Folgende Arten wurden im Silberberg festgestellt:

Mopsfledermaus

Die Mopsfledermaus

Vor 1970 war die Mopsfledermaus in großer Zahl im Silberberg beobachtet worden (bis 3000 Tiere). Nach einigen Überlieferungen wurde im Mittelalter und während der ganzen aktiven Bergbauphase schon von vielen tausenden Tieren gesprochen. Demnach hat das Bergwerk bei den Fledermäusen eine lange Tradition. Im Jahre 1976 erlebte die Mopsfledermaus einen dramatischen Bestandseinbruch, es wurden nur noch 550 Tiere festgestellt und 1980 nur noch 270. Eventuell spiegelt der dramatische Rückgang im Silberberg den gesamten Rückgang der Art wider. Jetzt nehmen die Bestände mit leichten Schwankungen wieder langsam zu. Das beste Zählergebnis war bisher im Jahr 2000 mit 579 gezählten Mopsfledermäusen und einer Überwinterungsgruppe von über 150 Tieren. Die Flugbeobachtungen bei der Balz im Herbst lassen jedoch auf eine wesentlich höhere Anzahl an Tieren (über Tausend) schließen. Obwohl die Abbildung 1 eine leicht rückläufige Tendenz anzeigt, wird von einer stabilen Bestandsentwicklung ausgegangen. Den letzten Zählterminen waren warme Perioden vorausgegangen, die erfahrungsgemäß zu einer geringeren Zählergebnis führen.

Braunes Langohr

Braunes Langohr

Das Braune Langohr ist mit maximal 60 Tieren eine sehr häufige winterschlafende Art im Silberberg. Im Herbst ist das Braune Langohr nach der Mopsfledermaus mit maximal 53 Individuen/Nacht am häufigsten mit Balzflügen vertreten. Die Bestandszahlen sind im Mittel ansteigend, unterliegen jedoch deutlichen Schwankungen. Graue Langohren wurden bei den Zählungen nie gefunden.

Bechsteinfledermaus

Bechsteinfledermaus

Von der Bechsteinfledermaus wurden nur sehr unregelmäßig Einzelfunde im Silberberg gemacht (max. 4 Individuen im Jahr 2002). Ein Bechsteinfledermaus-Männchen wurde im Sommer in einem Kasten außerhalb gefunden . Bei Schwarmflügen wurden ebenfalls nur einzelne Bechsteinfledermäuse sehr unregelmäßig beobachtet.

Großes Mausohr

Großes Mausohr

Das Große Mausohr kommt regelmäßig aber in verhältnismäßig kleiner Zahl im Winter im Silberberg vor. Wenige Einzeltiere konnten auch immer wieder bei Balzfügen im Herbst festgestellt werden. Der Silberberg beherbergt im Vergleich zu seiner Größe nur einen geringen Anteil an überwinternden Mausohren des Bayerischen Waldes, andere, sehr viel kleinere Quartiere werden von mehr Tieren aufgesucht.

Wasserfledermaus

Wasserfledermaus

Die Zunahme der Wasserfledermaus im Winterquartier geht aus der Abbildung eindeutig hervor. 2003 hatte der Bestand der Wasserfledermaus mit 69 Tieren seine größte Zahl. Im Vergleich dazu wurden 1988 nur 3 Tiere gezählt. Nach dem aktuellen Zählstand ist die Wasserfledermaus im Silberberg jetzt nach der Mopsfledermaus und noch vor dem Braunen Langohr die zweithäufigste Art. Im Herbst ist die Wasserfledermaus bei Balzaktivitäten mit maximal 35 Tieren/Nacht häufig vertreten.

Fransenfledermaus

Fransenfledermaus

Die größte Anzahl der Fransenfledermäuse konnte im Winter 1997 mit 23 Tiere gezählt werden. Die Zahl ist insgesamt deutlich steigend jedoch ebenfalls mit starken Bestandsschwankungen. Bei den Schwarmflügen im Herbst spielt die Fransenfledermaus mit maximal 12 Tieren/Nacht eine eher untergeordnete Rolle.

Kleine Bartfledermaus

Große und Kleine Bartfledermaus

Die Bartfledermaus ist im Silberberg im Winterschlaf häufig zu finden, wobei die beiden sehr ähnlich aussehenden Zwillingsarten nicht immer unterschieden werden können. Große und Kleine Bartfledermaus sind meist in etwa gleicher Größenordnung vorhanden, wobei in einem Jahr etwas mehr Große Bartfledermäuse, im anderen Jahr etwas mehr Kleine Bartfledermäuse gezählt wurden. Die Diskrepanz zwischen Beobachtung und winterschlafenden Tieren ist bei dieser Zwillingsart am größten. Beim Schwärmen wurden nämlich von beiden Arten nur selten Einzeltiere beobachtet, eine etwas größere Zahl liegt schon lange zurück: (maximal 7 Große Bartfledermäuse 1989, maximal 12 Kleine Bartfledermäuse 1990).

Nordfledermaus

Nordfledermaus

Die Nordfledermaus zeigt früher als andere Fledermausarten, im Spätsommer (Mitte/Ende August), ein ausgeprägtes Schwärmverhalten mit über 20 Beobachtungen pro Nacht und eindeutiger Balzaktivität. Im Winterschlaf finden sich nur sehr unregelmäßig Einzeltiere im Winterquartier.

Breitflügelfledermaus

Breitflügelfledermaus

1977 wurde einmal eine Breitflügelfledermaus bei der Winterzählung gefunden.

Weitere Fledermausarten

Im Sommer wurden noch weitere Vorkommen und neue Arten im Umfeld des Silberbergs festgestellt, die nicht im Winterquartier und bei den Netzfängen auftauchen: Mehrere Überflüge von Fledermäusen der Gattung Myotis, Pipistrellus, Nyctalus und Eptesicus konnten am Gipfel und am Südhang festgestellt werden. Im Herbst wurden Balzrufe von Zweifarbfledermäusen, Zwergfledermäusen und Abendseglern registriert. Im Sommer waren besonders über den freien Flächen am häufigsten Breitflügelfledermäuse auf der Jagd zu hören. Der Kleine Abendsegler wurde ebenfalls nachgewiesen. Es gibt auch noch einen starken Verdacht auf das Vorkommen der Rauhautfledermaus. Der Silberberg hat also nicht nur Bedeutung als Winter- und Balzquartier, sondern dient über die gesamte Vegetationsperiode für eine noch größere Anzahl an Fledermausarten als Jagdgebiet.

Es kann von insgesamt 15 Arten im Bereich des Silberbergs ausgegangen werden, die das Gebiet ganzjährig unterschiedlich nutzen.