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Sommerquartiere und Wochenstuben

Der Anteil der Sommerfunde ist in jedem der fünf Landkreise unterschiedlich. Die südlichen Landkreisteile wurden die Jahre nicht durchgängig so intensiv erfasst wie die nördlichen Landkreisteile des Naturparks. Sie sind deshalb etwas unterrepräsentiert. Dennoch lassen sich die Zahlen weitgehend vergleichen. Auffallend ist der hohe Besatz der Kirchen in allen fünf Landkreisen des Untersuchungsgebietes.

In folgender Abbildung ist der Anteil der besetzten Kirchen dargestellt:

Gelb = Einzeltiere
Grün = Wochenstuben
Rot = nicht besetzt (meist nach Renovierung)
Blau = alte Kolonien meist nach Renovierung verschwunden

Wenn die Kirchen nicht besetzt waren, dann handelte es sich meist um ein für Fledermäuse völlig ungeeignetes Gebäude, nur in sehr wenigen Einzelfällen waren die Kirchen offenbar geeignet, jedoch nicht besetzt. In den besetzten Kirchen ist insgesamt eine Zunahme der Langohrfledermäuse zu verzeichnen (15 neu mit Kolonien besetzte Kirchen). Die Entwicklung der Großen Mausohren in den einzelnen Kolonien ist sehr unterschiedlich, dabei werden große Kolonien immer größer, kleine bleiben gleich. Die häufigsten anderen Sommerquartiere waren Privathäuser, Scheunen und einige größere Kapellen, die auf Verdacht kontrolliert wurden. Die Kontrolle von Baumhöhlen und Kästen erfolgte bislang sporadisch und wurden erst in den letzten Jahren intensiviert. Die meisten Funde in Privatgebäuden befanden sich unter Holzverschalungen, gefolgt von Dachverschalungen, Scheunenbalken, Baumhöhlen, Kästen und Fensterläden. Bei der Höhenverbreitung der Kolonien und Wochenstuben insgesamt ergibt sich folgendes Bild: Die meisten Vorkommen konzentrieren sich auf die mittleren bis unteren Lagen des Bayerischen Waldes während die Funde der Einzeltiere oder kleinen Gruppen (< 4) sich im Untersuchungsgebiet sehr gleichmäßig verteilen. Einzige Ausnahme stellt hier der Gäuboden (Dungau) dar. Dort wurden weniger Einzeltiere und Kolonien festgestellt.