Wasserfledermaus

Die Wasserfledermaus ist eine der häufigsten baumbewohnenden Arten des Untersuchungsgebietes. Die Wochenstuben und Kolonien befinden sich in Baumhöhlen und Baumspalten sowie in Gesteinsspalten und sind daher nur durch Zufall zu entdecken. Wochenstuben und Kolonien wurden zwar gefunden, dennoch stellen diese Funde nur einen geringen Prozentsatz des tatsächlichen Vorkommens dar. Fänge laktierender Weibchen deuten auf eine Fortpflanzung im gesamten Untersuchungsgebiet, außer dem Dungau, hin. Nur in den extremen Hochlagen konnten keine laktierenden Weibchen gefangen werden. Wasserfledermäuse können sehr gut über die Beobachtung jagender Tiere an Gewässern kartiert werden. Es ist so möglich einen Eindruck über die Häufigkeit dieser Art zu bekommen. Auf jedem untersuchten Gewässer konnten eine bis sehr viele jagende Tiere beobachtet werden, lediglich an der Gewässern im Dungau fehlte diese sonst so verbreitete Art. Diese Beobachtung ist vermutlich mit dem fehlenden Wald in dem Gebiet zu erklären. Die Wasserfledermaus kommt praktisch auf jeder Art von Gewässer vor, in dessen Nähe sich Wald befindet. Einzelne Wasserfledermäuse wurden sogar auf dem Rachelsee in 1220 m Höhe beobachtet und sogar in frostigen Nächten und auf halb zugefrorenen See. Selbst auf hochgelegenen Mooren und kleinen Moorseen wurden Wasserfledermäuse registriert. Stark vertreten ist die Wasserfledermaus besonders in den tieferen Lagen in der auch häufiger laktierende Weibchen gefangen wurden. Die Donau und das Isarmündungsgebiet aber auch der Regen und die Große Ohe sind typische Schwerpunktgebiete für die Wald- und Wasser-gebundene Art. Wasserfledermäuse werden auch immer wieder in Dehnungsfugen von Brücken angetroffen. Selbst Kolonien von bis zu 60 Wasserfledermäusen wurden zusammen mit Mopsfledermäusen in einem Hohlraum der Oleumsbrücke in Regen entdeckt. Weil diese Art sehr unproblematische Quartiere wie Gesteinsspalten nutzt, die es im Bayerischen Wald in uneingeschränkter Anzahl gibt, sind die Wasserfledermäuse höchstens von Baumfällungen und Brückensanierungen betroffen. Als Winterquartier benutzt diese Art auch Stollen (im Silberberg häufige Art) und Keller. Invasionsartige Einflüge konnten in den Silberberg festgestellt werden, jedoch nicht in der Größenordnung wie sie aus anderen großen Winterquartieren bekannt sind. Eine Überwinterung in Gesteinsspalten ist wahrscheinlich.

Vorkommen in Tschechien

In Tschechien gelten die Wasserfledermäuse als die häufigste Art im Untersuchungsgebiet, sie ist im gesamten Sumava verbreitet. Seit ca. 30 Jahren gilt diese Art als langsam zunehmend. Frühere Beobachtungen konnten sehr viel weniger Vorkommen der Wasserfledermaus über Gewässer beobachten, nunmehr sind alle Gewässer - auch diejenigen in den hohen Lagen und sogar kleine Moorseen - mit jagenden Tieren besetzt.